Zuppa di Legumi


Toskanische Suppe mit Hülsenfrüchten

Eine bunte Mischung aus Hülsenfrüchten, Mais- und Getreidekörnern: Zuppa di Legumi

Wie wohlschmeckend kann doch so eine „Legumi“-Suppe sein – man kocht sie ja viel zu selten. Warum eigentlich? Vermutlich, weil man zu Hause erstens keine fertige Mischung von Bohnen, Linsen, Mungobohnen und vielem mehr kaufen kann. Und man hat auch nicht die Muße zur Zubereitung. Dafür braucht man nämlich Zeit, wenn auch nicht viel Arbeit dabei ist.

Hübsch sieht es aus, wenn die weißen, roten, gelben, brauen, orangen, grünen und schwarzen Hülsenfrüchte im Topf liegen. Man gibt viel kaltes Wasser darauf und hat dann drei Stunden Zeit, etwas anderes zu machen, z. B. ein gutes Buch zu lesen. Wenn man sich festliest und es werden vier oder fünf Stunden, ist das auch nicht schlimm. Die Hülsenfrüchte haben sich dann im Volumen ungefähr verdoppelt. Das muss man vorher bei der Wassermenge berücksichtigen!

Zwei Stunden Kochzeit

Den Rest des Einweich-Wassers schüttet man weg, und gibt erneut Wasser hinzu. Dann kommt das Ganze auf den Herd, kleinstmögliche Flamme, und dort bleibt es dann auch die nächsten zwei Stunden stehen. Zeit also für ein entspannendes Intermezzo, beispielsweise einen erfrischenden Zwischenschlummer... Wer einen Kaminofen hat, wie er im Ferienhaus Casa Berti in der Toskana steht, und es ist winterlich genug um ihn anzumachen, kann den Suppentopf natürlich auch auf die den heißen Ofen  stellen. Dort kocht es dann ganz leise und gemütlich vor sich hin, die Bohnen und anderen Hülsenfrüche geben Stärke und auch Farbe ab – es entsteht eine leicht sämige Suppe.

Aufs Würzen kommt es an

Erst jetzt beginnt das Würzen. Nimmt man schon gesalzenes Wasser, kann man nämlich sehr lange darauf warten, dass die Suppeneinlage weich wird. Aber ohne Salz gekocht geben die Bohnen schließlich nach. Was noch außer Salz? Ok, wer Speck oder Schinken liebt, kann natürlich damit die Suppe weiterentwickeln. Aber eine rein vegetarische Suppe ist vermutlich noch schöner, weil ihr Geschmack differenzierter ist. Also erst einmal ein Schluck Olivenöl, dann einen Zweig Rosmarin. Fein gehackte, leicht angebratene Zwiebel darf, muss aber nicht sein. Wie bei vielen Suppen ist es auch hier möglich, einen Teil des Salzes durch Sojasoße zu ersetzen. Das gibt mehr geschmackliche Tiefe. Ein bisschen Honig, etwas Balsamessig, Pfeffer oder zwei winzige getrocknete Peperoncini. Ein Lorbeerblatt. Alles noch einmal durchkochen lassen, die Peperoncini wieder heraussuchen. Fertig!

Die Suppe sieht leider nicht mehr so schön bunt aus wie die noch ungekochten Hülsenfrüchte, sondern rötlich-braun. Aber geschmacklich ist sie ein Erlebnis, das nach Wiederholung verlangt.

Geschrieben im Toskana-Ferienhaus bei Greppolungo / Camaiore / apuanische Alpen