Etrusker-Stadt Volterra


Blick über die Dächer

Wer hätte das gedacht, dass die italienische Kleinstadt Volterra einmal ein bevorzugtes Reiseziel von amerikanischen (meist weiblichen) Teenagern werden würde? Klar, Volterra ist auf jeden Fall viele Bemühungen wert! Aber die Teenies kommen natürlich nicht aus einem tiefen Interesse an der etruskischen Frühgeschichte, sondern aus der Faszination für "Biss zum Morgengrauen". Diese Vampir-Lovestory hat nämlich einen Zweig, der in Volterra spielt. In den Totenstädten der Etrusker leben dort nämlich bösartige Vampire, die arglos in die Irre geführte Touristen auslutschen.

 

Der Blick geht weit ins Land

Einer Bewertung dieser Idee und des ganzen Drumherums möchten wir uns hier enthalten. Die besten Wünsche, dass bei dem ganzen Vampirismus ein wenig anderweitige Erkenntnis in die Köpfe der gutwilligen Reisenden eindringen möge, seien den Betreffenden aber mitgegeben.

Lohnt sich ein Besuch in Volterra? Doch, unbedingt. Mit einer Fahrzeit von knapp zwei Stunden ist es vom Ferienhaus bei Greppolungo in der Toskana nicht gerade wahnsinnig weit. Man kurvt viel über toskanische Landstraßen, denn die kleine Stadt mit rund 12.000 Einwohnern liegt auf einem Hügel. Will man die liebliche Toskana betrachten, gibt es verschiedene Aussichtsplätze, die zum Verweilen einladen. Wendet man sich dann der Stadt zu, hat man in der Baugestalt pures Mittelalter. Das ist beeindruckend, verlangt aber vom Betrachter, über die anderen Besucher und die Reihung der Läden mit Schnickschnack hinwegzusehen.

Mittelalterliches Volterra

Denn immerhin ist Volterra ja nicht nur die Stadt der Etrusker, sondern auch ein Zentrum der Alabaster-Produktion. Wem es gegeben ist, kann sich also an zahlreichen erwerb- und illuminierbaren Scheußlichkeiten berauschen. 

Darüber hinaus gibt es aber einige wirkliche Sehenswürdigkeiten: Das wieder ausgegrabene römische Amphitheater gehört dazu, natürlich die Nekropolen und nicht zuletzt das Etrusker-Museum, in dem sich eine fast unüberschaubare Anzahl von Graburnen mit teilweise extrem gut erhaltenen Plastiken ihrer Besitzer befinden. Das ist beeindruckend.

Allerdings sollte man das Museum nicht unvorbereitet betreten. Sammeln, bewahren und forschen – das wird hier sehr ernst genommen. Dass auch das Erklären ein Museumsauftrag sein könnte, ist in Volterra noch nicht angekommen. Selbst der Audio-Guide, den man sich für 3 Euro leihen kann, verhält sich zu den meisten Ausstellungsstücken schweigsam und erklärt das ganz offiziell damit, dass er (ergänze: mit dem blöden Gesabbel) nicht die Kontemplation bei der Betrachtung der Ausstellungsstücke stören wolle. Uff.

Also: Volterra ist für einen Tagesausflug ein interessanter und von ihrem Ferienhaus bei Camaiore aus mit dem Pkw schnell erreichbarer Ort. Eine Bereicherung des Urlaubs in der Toskana!

 

PS: Die entsprechenden Twilight-Szenen wurden übrigens in Montepulciano gedreht. Pech – aber für wen?