Ein Pizzaofen für Casa Berti


Letzte Arbeiten im Inneren des Ofens.
Endlich! Das Feuer brennt im Ofen!
Der Umgang mit der "Pala" muss geübt sein!
Die erste Pizza (Entschuldigung, schärfer ging es nicht!)

Ein italienisches Landhaus - ohne Pizzaofen? Undenkbar. Aber viele Jahre lang war es die nüchterne Wahrheit. Nachdem schon einmal im Vorgängerprojekt von Casa Berti, einem ganz in der Nähe gelegene Olivenhain-Haus, ein provisorischer Pizzaofen entstanden war, war es lange Zeit ein großer Wunsch, auch Casa Berti mit einem Ofen auszustatten.

Kein Cargolifter für Greppolungo

Das Provisorium war Baujahr 1990 und hat, wie es mit solchen Sachen öfter ist, viele Jahre überdauert. Erst vor ein paar Jahren wurde es Opfer eines Umbaus. Man konnte damit tatsächlich Pizza backen, aber vor allem war daraus zu lernen, was man später besser anders machen sollte: Denn um eine verlässliche Hitze in den Ofen zu bringen, sollte der Ofen mit einer Kuppel ausgestattet und von außen gut gedämmt sein. 

So etwas kann man natürlich selbst bauen, es finden sich im Internet zahlreiche Erfahrungsberichte. Man kann davon aber auch lernen, dass es lange dauert, einen solchen Ofen zu bauen. Wenn man nur eine Woche Zeit hat, wie in unserem Fall, muss man andere Wege gehen. Der einfachste Weg war uns aber versperrt: Nämlich, einen fertigen Ofen zu kaufen. So ein Teil wiegt nämlich 600 Kilogramm. Nachdem es mit dem Cargo Lifter ja nichts geworden ist, gibt es keine Chance, einen kompletten Ofen in die Nähe von Casa Berti zu bringen.

Schamotte, Marmor und Feldsteine

Also kam für uns nur der Mittelweg in Frage: Ein Bausatz. Der Bausatz fuhr mit Auto mit nach Greppolungo und die einzelnen Stücke reisten auf der Seilbahn zum Haus. Leicht war dies alles aber auch nicht, denn einige der Ofenteile wogen so um die 70 Kilogramm.

Um für den Pizzaofen eine Standfläche zu schaffen, wurde eine entsprechende Betonplatte gegossen. Der Ofen selbst wurde ein wenig in das Gelände hineingebaut, so gewinnen wir etwas Platz. Rechts des eigentlichen Ofens gibt es eine Arbeitsplatte. In einem Marmor-Betrieb in Pietrasanta schnitten uns die freundlichen Arbeiter eine passende polierte Marmorplatte zu. Auf der kann man die Pizza ausrollen und belegen. Man steht schön unter einem Olivenbaum, und von der Terrasse aus hat man Sicht auf das Feuer. Die Kuppel besteht aus den Feldsteinen, die bei den Geländearbeiten zutage tragen.

Vorsicht bei Trockenheit und Hitze

In Betrieb nehmen kann man den Ofen schon, aber ganz fertig ist er noch nicht. Denn es fehlt noch ein Dach, der Rundbogen für den Holz-Vorratsraum ist noch nicht gemauert, und ein paar Verschönerungsarbeiten stehen auch noch aus. Aber Gäste, die ab 2017 Casa Berti nutzen, können zumindest bis in den Mai hinein und ab Ende September den Ofen nutzen. Im Sommer bzw. bei Hitze und Trockenheit darf der Ofen nicht angezündet werden: Ein Funke könnte den ganzen Olivenhain in Brand setzen. Und das wäre die Pizza nicht wert.

Zum Pizza-Rezept!