Eine Wanderung für etwas Fortgeschrittene


Wer bei solchem Wetter dem Ruf des Berges folgen will, sollte absolut wintertaugliche Kleidung und Ausrüstung dabei haben. Aufnahme im März 2013.

Der Berg ruft. Jeden Tag beim Urlaub im Toskana-Ferienhaus Casa Berti sieht man den Monte Prana. Da mal rauf – geht das?

Es geht, der Weg ist auch gar nicht schwer zu finden und, wenn man nicht an der dem Haus zugewandten steilen Flanke des Berges den Gipfel bezwingen will, ist er auch nicht gefährlich. Aber: Der Gipfel des Berges liegt mehr als 900 Meter höher als das Ferienhaus. Selbst im Hochsommer bei 30 Grad Außentemperaturen kann da oben ein ganz anderes Klima sein. Plötzlicher Nebel, wenn mal eine Wolke am Berg hängenbleibt, überraschende Gewitter, Hagel: Das kommt auf über 1000 Meter Höhe schnell mal vor! Und deshalb sollte man nicht nur zu Trinken und Proviant mitnehmen, sondern vor allem auch eine Regenjacke, einen Pullover, ein Unterhemd zum Wechseln, falls man eines durchgeschwitzt hat und eine wärmende lange Hose. Das gilt natürlich insbesondere in Zeiten, wo das Wetter nicht so beständig ist, also im Frühling und Frühsommer bzw. im Herbst.

Blick vom Gipfel auf den soeben gegangenen Weg.

Am einfachsten startet man in Metato. Wer den Weg bis dahin auch zu Fuß gehen möchte, kann das natürlich tun. Am einfachsten auf der Teerstraße Richtung Camaiore, dann Richtung Metato nach links abbiegen. Andere Wege nach Metato sind hier ausführlicher geschildert.

Von Metato beginnt der Anstieg vom Parkplatz aus auf einer Betonstraße links am Ort vorbei, durch Kastanienwald. In mehreren Serpentinen führt der Weg ständig stark ansteigend den Hang hinauf. Man kommt noch an bewohnten Gehöften vorbei. Nach ungefähr einer halben Stunde verlässt man den Wald und geh geradewegs auf einem ansteigenden Rücken nach oben. Vielleicht trifft man noch andere Urlauber, vielleicht auch die Bewohner der einzelnen Gehöfte. Übrigens gibt es für hartgesottene Naturfreunde auch hier, oberhalb von Metato, Ferienhäuser. Im Winter liegt hier oft Schnee; nicht selten schneit es über Nacht einen Meter hoch…

Viel Vegetation findet man in Gipfelnähe nicht, aber es sind wahre Schönheiten darunter.

Nach und nach rückt das Gipfelkreuz näher. Man nähert sich der oberen Spitze des Berges, und nun, kurz vor einem Sattel, hört auch die Betonstraße auf und man geht auf einem breiten Weg. Wenn man jetzt, vom Sattel aus, nach rechts abbiegt und geradewegs auf den Gipfel über die kahle Flanke des Berges zuläuft, kommt man auf einen sehr schmalen Pfad und muss später auch noch ein bisschen klettern. Dieser Weg ist nur geübten Wanderern/Kletterern zu empfehlen und keinesfalls familientauglich.

Stattdessen überwinden wir den Sattel und kommen auf der andere Seite in einen kleinen Laubwald. Auf der rechten Seite kommt man an einer kleinen Quelle vorbei. Das Wasser kann man bedenkenlos trinken. Der Weg führt nun, mehr oder weniger auf einer Höhe bleibend, um den Berg herum auf die Rückseite des Gipfels. Der Wald wird wieder von offenem Gelände abgelöst, man blickt auf die Gipfel, die vom Haus aus hinter dem Monte Prana liegen. Nach anderthalb Kilometern erreicht man die Stelle, von der man auf den Gipfel abzweigt. Es wächst Gras und überall liegen Kuhfladen herum. Ein kleines Quellbächlein ist zu einem flachen Teich als Tiertränke aufgestaut. Hier also geht es nun nach oben. Es sind noch ungefähr 300 Höhenmeter zu überwinden.

Am Gipfelkreuz. Phantastischer Rundblick, falls nicht gerade die Bergesspitze in Wolken gehüllt ist.

Der Weg führt relativ bequem den Berg empor. Irgendwann kommt man an einem Schild vorbei: „Bestie allo stato prato“. Keine Angst, bei den Bestien handelt es sich um Kühe, die hier den ganzen Sommer über frei herumlaufen. Der Weg ist zwar zwischen den vielen Felsblöcken, die herumliegen, und den Trampelpfaden, die die Kühe hinterlassen haben, nicht immer gut erkennbar, aber das ist  auch nicht weiter schlimm: Solange man ansteigt, kann man nichts falsch machen.

Weiter oben führt der Weg in einer Geländefalte weiter nach oben, nun ist man dem Gipfelkreuz schon sehr nahe. Ganz zum Schluss flacht der Weg noch einmal ab. Man wundert sich, dass das Kreuz mehrere Meter hoch ist. Der Blick ist bei gutem Wetter gigantisch: Vor einem liegt die ganze Küste der Versilia, von Pisa bis La Spezia. Der anderen Gipfel der Apuanischen Alpen rücken greifbar nah. Und ziemlich tief unten, am Hang des Monte Gabberi, sieht man das kleine Greppolungo und dicht darunter einen hellen Fleck im Grün der Olivenhaine: Das Toskana-Ferienhaus Casa Berti.

Zurück geht man am besten genauso wie man gekommen ist. Auch unterwegs hat man zahlreiche schöne Ausblicke.

Es gibt natürlich noch andere Wege auf den Monte Prana, z. B. von Gombitelli aus.