Besuch im Ristorante Alto Matanna


San Rocchino - die hier parkenden Autos gehören wohl zu dem Agriturismo in der Nähe
Schöne Aussichten!
Quelle am Hang des Monte Matanna. In der Nähe finden sich die Ruinen von Häusern.
Bitte nicht stolpern! In der Bildmitte der Monte Prana.
Auf dieser Straße brachte einst eine Kutsche die Gäste zum Hotel Alto Matanna
Einkehr im Restaurant Alto Matanna
Abzweig des Weges zurück nach Casoli

Der Monte Matanna ist ein beeindruckender Gipfel mit einer Höhe von 1317 Metern. Bei dieser Wanderung lassen wir ihn aber links liegen und sparen uns den Gipfel für später auf. Wer möchte, kann natürlich den Abstecher machen und die letzten rund 230 Höhenmeter schnell noch überwinden...

Aber fangen wir von vorn an, nämlich auf der Terrasse des Ferienhauses Casa Berti bei Greppolungo. Hier muss die erste Entscheidung getroffen werden: Alles zu Fuß, oder das erste Stück mit dem Auto? Wenn man direkt vom Ferienhaus starten möchte, hat man eine richtige Tagestour vor sich. Dann führt die erste Wegstrecke von Greppolungo nach Casoli, siehe hier. Halbwegs zügig gewandert, dauert das rund eineinviertel Stunden. Aber weil sich der gesamte Zeitbedarf für eine Wanderung vor allem auf den letzten Kilometern entscheidet, sollte man doch wenigstens drei Stunden mehr einplanen, wenn man direkt am Haus startet.

Start bei Tre Scolli

Mit dem Auto fährt man stattdessen nach Casoli und immer weiter, bis bei Tre Scolli die öffentliche Fahrstraße endet. Nun geht es zu Fuß weiter, und immer tüchtig  bergauf: Auf dem Wanderweg 106 geht es über die Wasserleitung hinweg (hier könnte man zur Grotta all'Onda abzweigen) auf den Sattel, der das Tal von Stazzema vom camaioreser Gebiet trennt. Es findet sich eine kleine Kapelle, San Rocchino (801 m). Nach links zweigt der Weg auf den Monte Gabberi ab, nach rechts folgt man den Wanderwegen 121 und 3 Richtung "Foce del Pallone", der Bergstation der phantastischen Ballonseilbahn.

Zunächst passiert man einen Agriturismo, dann steigt der Weg leicht an. Nach ungefähr einer halben Stunde, immer im Wald, biegt der Weg 121 nach links ab; er führt zum Refugio Forte dei Marmi und zum Monte Procinto. Aber wir bleiben rechts auf dem Weg 3, der nun am Hang des Monte Matanna nach und nach Höhe gewinnt. Es ist eine phantastische, alpine Landschaft, die einen hier erwartet. Der Weg wird steiler, und der sehr steile Abhang rechts ist nichts für Leute mit Höhenangst. Schließlich geht es in Serpentinen weiter, und man kommt auf 1088 m Höhe an den Sattel - Foce del Pallone. Denn hier mündet man auf den Weg ein, auf dem die illustren Gäste von 1908 nach ihrer Ballonfahrt mit einer Pferdekutsche zum Hotel Alto Matanna gebracht wurden.

Wir gehen aber weiter zu Fuß, obwohl es hier immer noch Pferde gibt. Denn auf der Rückseite des Gipfels öffnet sich ein Tal mit Wiesen; hier kann man auch die in manchen Reiseführern als "Seen" gelobten beiden Tümpel namens Bozzone bewundern, die allerhöchstens die ortsansässigen Pferde und Rinder zum Baden einladen.

Stärkung im "Alto Matanna"

Das frühere Hotel Alto Matanna war zu seiner Glanzzeit bestimmt ein sehr prächtiger Bau. Heute werden die Zimmer an Feriengäste vermietet; eine spontane Übernachtung ist nicht möglich. Dafür kann man sich in der Bar oder im Restaurant stärken; schön sitzt man auch im Kaffeegarten, von Hühnern umgackert, von einem Ferkel vertraulich angegrunzt und von hinten durch Ziegen bemeckert. Ein ländliche, sehr italienische Idylle.

Dann geht es zum Foce del Pallone zurück, und nun folgen wir dem Weg 101, der an der Bergstation der Ballonseilbahn bergab zur Foce del Crocione führt. An dieser Stelle biegt der Weg 2 nach Casoli ab, in einem Taleinschnitt geht es hinunter, und bald wird der Einschnitt zu einem kleinen Bach. Doch der Weg verlässt den Bach und in Serpentinen geht es im Wald bergab - nichts für vorgeschädigte Kniee!

Wir folgen aber dem Weg 2 nicht über den betongedeckten Wassergraben hinweg, sondern biegen auf ihn rechts ein, um möglichst viel Höhe zu behalten. Aber nach nur wenigen hundert Metern müssen wir diese bequeme Strecke direkt unterhalb der Grotta all'Onda wieder verlassen, denn hier fließt das Wasser durch einen Stollen. Es geht durch Wiesengelände über den ehemaligen Talbahnhof der Ballonseilbahn und an Gärten vorbei immer am Hang entlang, und nach vielleicht einem Kilometern biegen wir nach rechts auf einen Weg, der uns wieder auf die Wasserleitung bringt. Kräftesparend geht es so nach Tre Scolli zurück.

Bergwandern braucht Zeit

Geübte Wanderer könnten diesen Rundweg wohl in vier bis fünf Stunden schaffen, aber wir haben mit allen ausführlichen Pausen mehr als das Doppelte gebraucht. Denn es geht ja darum, die phantastischen Ausblicke auf die Küste der Versilia mit dem Lago Massaciuccoli oder auf die Bergwelt der apuanischen Alpen zu genießen. Pausen an einer Quelle am Wegesrand oder an einem besonders schönen Punkt machen diese Bergwanderung zu einem richtigen Highlight des Urlaubs.