Kunst am Wegesrand


Ein Spaten für Riesen
Ihre lebenden Schwester werden hier bis 20 cm groß
Vorsicht Schlange!
In klein verwendet man es zum Beschneiden von Oliven

Fährt man von Camaiore in Richtung des Toskana-Ferienhauses nach Greppolungo, passiert man die kleine Ortschaft Lombrici, nach der auch der Rio Lombricese benannt ist. Plötzlich erkennt man rechts der Straße etwas Besonderes: riesenhafte Spaten, Hacken und Harken. Die Griffe sind Baumstämme, aber insgesamt sehen die Objekte aus wie die Gerätschaften, die auch heute noch in den Eisenwarenläden von Camaiore liegen und bei der Kultivierung der Olivenhaine Verwendung finden. Nur, dass diese Geräte zehn oder 15 Mal größer sind.

Die alte Schmiede - ein funktionierendes Denkmal alter Technik

Was ist das? Es ist eine Ausstellung des Schmieds und Metallkünstlers Giuseppe Barsi. Jahrzehnte lang arbeitete er als Schmied. Seine "Antica Ferriera", also altertümliche Schmiede, kann man etwas weiter oberhalb des Ortes am Weg Richtung Candalla besichtigen. In Deutschland würde so etwas sofort unter strengsten Denkmalschutz gestellt. Ob es in Italien auch so ist, weiß der Verfasser nicht - aber so lange Giuseppe Barsi lebt, wird das auch nicht nötig sein. Der von Wasserkraft angetriebene Schmiedehammer fällt auf den Amboss und so kann der Besitzer zuvor zum Glühen erhitztes Eisen ohne übermäßigen Kraftaufwand in Form bringen.

Giuseppe Barsi ist sozusagen familiär vorbelastet. Sein Großvater und Urgroßvater waren die Erfinder und Erbauer der legendären Ballonseilbahn, die aus der Nähe von Casoli zum Hotel auf dem Alto Matanna führte. 

Kunst in der "Antica Ferriera"

In den letzten Jahrzehnten wendete sich Giuseppe Barsi mehr und mehr der Kunst zu. Er schuf nicht nur die riesigen Landwirtschaftsgeräte, sondern auch Figuren von Tieren und sein gesamtes Werk ist durchwoben zu Bezügen der bäuerlichen Kultur, der Landwirtschaft, und der imposanten natürlichen Kulisse, die den Ort Camaiore umgibt.

Wenn Sie im Toskana-Ferienhaus Casa Berti Urlaub machen, sollten Sie den Künstler in seiner Schmiede besuchen. Er schmiedet Ihnen auch, wenn Sie wollen, aus einer alten Blattfeder ein Messer, das Sie keinesfalls im Flugzeug-Handgepäck mitnehmen dürfen. Für den Griff müssen Sie aber selbst sorgen.

Nachtrag 2017: Inzwischen ist eines der überdimensionierten landwirtschaftlichen Geräte nach Greppolungo gekommen. Am Kirchturm lehnt das Handmesser, mit dem man - in der kleinen Version - Olivenbäume von überflüssigen Zweigen befreit.

"Engelvogelfrau" von Martin Ricken
Der Phönix von Fiore di Henriquez in Peralta
Eindrücke vom Wegesrand in Peralta

 

Kunst für den Olivenhain

Wenn Sie den alten Maultierpfad von Casa Berti aus nicht bergauf, sondern Richtung Camaiore gehen, kommen Sie bald an die Fahrstraße, und wenige Meter bergab setzt die alte "Strada Comunale" ihren Weg durch die Olivenhaine fort. Hier hat Martin Ricken einige seiner eigenen Skulpturen und die anderer Künstler auf markanten Punkten postiert. Markant ist die "Engelvogelfrau", die mit ausgebreiteten Flügeln in die Ferne schaut. Um sie zu finden, muss man dem Maultierpfad noch ungefähr 100 Meter ab der Straße folgen.

 


Eine Klasse für sich: Peralta

Lässt man den Blick von Casa Berti aus am Hang des Monte Prana entlangschweifen, ragt ein Turm über die Hanglinie hinaus. Ein Kirchturm? Nein. Es ist seit den 80er Jahren das Wahrzeichen Peraltas. Die Künstlerin Fiore di Henriquez "entdeckte" im Jahr 1967 den weitgehend verlassenen Weiler in steiler Hanglage. Ähnlich wie Greppolungo gab es hier ein Castello - also eine Befestigungsanlage. Die tatkräftige Künstlerin kaufte und renovierte ein Haus nach dem anderen in dem alten Dorf, wo sie bis zu ihrem Tode mehr als 40 Jahre lebte. Nun kann man nicht nur einzelne Häuser als Ferienunterkunft, sondern auch das gesamte Ensembles für Hochzeiten oder andere Feste mieten.

Überall stößt man auf die Spuren künstlerischen Schaffens von Fiore di Henriquez und anderer KünstlerInnen, die sich in Peralta aufgehalten haben. Und wenn man gerade mal keine Lust auf Kunst hat, kann man den Blick schweifen lassen: auf Camaiore, das Meer und die Berge.

Allerdings, die "Anreise" ist nicht gerade einfach. Die Straße von Pieve aus ist extrem steil mit äußerst engen Kurven. Die letzten Meter muss man sowieso zu Fuß gehen, dann aber ebenerdig am Hang entlang.

Aber man kann Peralta auch von Casa Berti zu Fuß erreichen. Wie man das macht, wird demnächst hier auf den "Wander-Seiten" veröffentlicht.