Die Höhlensauna von Monsummano


Heiße Quellen – wir können davon ja nicht genug bekommen und machten uns auf nach Monsummano, eine Autostunde von Greppolungo entfernt. Dort erwartet einen in der „Grotta Giusti“ ein spezielles Saunaerlebnis. Allerdings, es kostet 50 Euro pro Person, aber vielleicht kann man es sich einmal im Urlaub leisten. Für diesen Eintrittspreis bekommt man einen Bademantel und ein großes Badelaken geliehen und Latschen geschenkt; mitbringen muss man Badebekleidung und eine Badekappe (ohne Badekappe geht in Italien nichts.)

Was erwartet einen? Eine heiße Höhle! Nachdem man die Kasse, die Umkleidekabinen und die Duschen hinter sich gebracht hat, zeigt einem ein Angestellter den Weg zur Grotta. Aber bevor man die Höhle betreten darf, wird man dem freundlich-rundlichen Höhlenbademeister übergeben, der einem eine Art Büßergewand überreicht, in das man dann ansonsten ganz unitalienisch-nackt hineinschlüpft, während Bademantel, Badebekleidung und Handtuch in einem Wärmeschrank warten müssen.

Eine heiße Tropfsteinhöhle - das findet man nicht oft!
Rund 50°C hat die Luft im "Inferno" - auf die Dauer kommt man ins Schwitzen

Nun kommt man in eine langgestreckte Tropfsteinhöhle, geschätzt ungefähr 100 m lang. Zahlreiche Stalagmiten, teils zwei Meter und mehr hoch, wachsen der Höhlendecke entgegen. Die ist mit interessanten Versinterungen (Blumenkohlsinter) und Stalaktiten ausgestattet.

Schwitzen im Büßergewand

Die einzelnen Höhlenräume tragen die Namen Paradiso, Purgatorio und Inferno und werden in dieser Reihenfolge immer wärmer. Weiter unten in der Höhle gibt es den Lago Limbo, einen Thermalsee. Im Inferno ist es rund 50 °C warm, also weit unterhalb von Sauna-Temperaturen. Allerdings, durch das Büßergewand und die hohe Luftfeuchtigkeit kommt man dennoch sehr schön ins Schwitzen. Man hält es locker eine halbe Stunde oder mehr in dieser natürlichen Wärmekammer aus. „Die warmen Dämpfe in der Thermalgrotte haben eine überaus wohltuende Wirkung auf Körper und Geist, denn der Organismus reinigt sich selbst und jede Art von Stress wird abgestreift. Gelangen Sie in dieser selten schönen Umgebung zu neuem physischem und psychischem Gleichgewicht.“ Schöner als in der Eigenwerbung des Termalhotels kann ich es auch nicht ausdrücken.

Danach erhält man noch eine heiße Dusche mit Thermalwasser und kann sich in einem Ruheraum zu den Klängen von Pling-Plang-Plong-Musik und heißem Kräutertee entspannen.

Zum Schluss ruft ein rund 25 x 15 m großes Außenbecken zum Warmwasserbaden. (Vorsicht, vergessen Sie keinesfalls die Badekappe!!) Allerlei Wasser-  und whirlpool-artigen Luftdüsen erhöhen das Badevergnügen.

Thermalwasser trinken in Montecatini

Eigentlich schließt die Anlage erst um 19 Uhr, aber schon um 18 Uhr werden die Badegäste aus Grotte und Thermalbad vertrieben und die Reinigungskräfte übernehmen das Regiment. Und wenn Sie noch Zeit haben, lohnt auf dem Rückweg vielleicht ein Abstecher in das ganz in der Nähe gelegene Kurstädtchen Montecatini Terme. Dort kann man die imposanten Thermalgebäude bewundern und in stilvollen Parks ernsten Gesichtes mit einem Becher scheußlichem Thermalwasser, das in kleinen Schlucken getrunken wird, unter Palmen wandeln.