Mit der Ballon-Seilbahn auf den Alto Matanna


Werbung für die Ballonseilbahn

Über die Felsformation der Grotta all’Onda hinweg führte 1910 eine Seilbahn, mit der Touristen auf den Gipfel des Alto Matanna gebracht wurden. Die Seilbahn war ein technisches Unikum: Sie wurde von einem Gasballon mit Wasserstoff angetrieben. Vater und Sohn Barsi, Betreiber eines Hotels auf dem Berggipfel, haben damit eine sensationelle Erfindung verwirklicht. Die neue Art des Reisens erregte einiges Aufsehen: Es wurde sogar eine Briefmarke und eine Gedenkmünze herausgegeben. Zu den Gästen des erstaunlichen Transportmittels gehörte u. a. auch der König von Belgien und andere illustre Persönlichkeiten.

Die verblüffende Konstruktion funktionierte, doch nach wenigen Monaten des Betriebs zerstörte ein Unwetter die Talstation der Seilbahn und den Ballon. Wenige hundert Meter unterhalb der Grotta findet man noch die wuchtigen Grundmauern des ehemaligen Hangars.

Die Ballon-Seilbahn ist den Menschen im Gedächtnis geblieben. Mehrere Darstellungen des Ballons finden sich beispielsweise in Fresken auf Häuserwänden in Casoli. Bei der Kirche von Lombrici gibt es eine Informationstafel. Zum 100-jährigen Jubiläum wurde ein großes Fest in der Nähe der früheren Talstation ausgerichtet - und selbstverständlich gab es die Gelegenheit, sich an Bord eines Fesselballons in die alte Zeit zurückzuversetzen.

Ballondarstellung in Casoli
Technische Zeichnung: Infotafel bei Lombrici
Postkarte vom Matanna