Zwischen 1219 und dem 19. Jahrhundert


Wie alt ist das Ferienhaus?

Das wüssten wir auch gern. Auf jeden Fall ist es ziemlich alt. Mündliche Berichte verweisen auf die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts, in denen ein Bauer mit einer (!) Kuh das Rustico bewohnt haben soll. Schon damals gab es den unteren Teil des Gebäudes, und neu war er auch nicht. Das kleine, ursprünglich mit einem offenen Kamin ausgestattete Zimmer – heute die Küche – mit darunter liegendem Stall war wohl die ursprüngliche Ansiedlung und, nach der Bauart zu urteilen, deutlich älter. Ob Casa Berti nun gut 100, 200 oder noch viel mehr Jahre alt ist, lässt sich aber nicht feststellen.

Man kann aber Vermutungen anstellen. Wie alt kann Schüttmauerwerk werden? Solche Mauern stürzen schnell ein, wenn sie Wasser aufnehmen. Solange es ein Dach gibt, sind sie (bei einer Dicke von teils mehr als 50 cm) ungeheuer beständig und auch erdbebensicher. Es ist daher vorstellbar, dass der ältere Teil von Casa Berti aus dem Mittelalter stammt.

Betrachten wir das Umfeld: Rings herum sind Olivenhaine, und offenbar steht das ursprünglich ja nur ca. 14 m² große Gebäude damit in Zusammenhang. Die Olive war in Camaiore wohl schon seit der Gründung der Stadt im Jahr 190 v. Chr. als Campus Major bekannt. Der steile Hang von Greppolungo dürfte spätestens im 13. Jahrhundert für die Olive kultiviert und terrassiert worden sein: Im Jahr 1219 wurde das Castello di Greppolungo erstmals urkundlich erwähnt. Mit dem Entstehen der befestigten Burg, auf deren Grundmauern später die Ortschaft Greppolungo entstand, wurde auch für eine Zuwegung gesorgt: Es ist der Maultierpfad, der sich vom Talgrund aus durch die Landschaft zieht und an dem das heutige Ferienhaus liegt.

Dies lässt natürlich keinen zwingenden Schluss zu, dass zur gleichen Zeit auch das kleine Haus im Olivenhain gebaut wurde. Vielleicht ist es eher umgekehrt: Mit dem Verfall des Castells gab es Möglichkeit und Anlass, sich eine kleine Behausung direkt im Olivenhain zu bauen. Leider ist über die Geschichte des Castells nicht viel bekannt, so dass wir über Vermutungen – jedenfalls derzeit – nicht hinaus kommen.